Wie die Chinesische Medizin im Kampf gegen das Coronavirus COVID-19 helfen kann

Angesichts aufgetretener Coronavirus-Fälle in Deutschland sollten wir uns alle die Frage stellen, wie wir uns und andere vor einer Ansteckung, bzw. einer weiteren Ausbreitung schützen können.

Die Frage, der ich hier auf den Grund gehen möchte ist: Inwiefern treten Vertreter der Chinesischen Medizin vor Ort in China in puncto Behandlung und vor allem Prävention dem Virus entgegen.

Meine und unsere Chance liegt dabei sicherlich darin, die Selbstheilungskräfte zu stärken und die krankheitsauslösenden Faktoren einzudämmen. Durch Ernährung, Akupunktur und Kräutertherapie.

Ich stütze mich im Folgenden auf die Einschätzung eines Arztes namens Liu Qing-quan, leitendes Mitglied eines nationalen TCM-Expertenteams. Dieser war bereits 2003 Mitglied einer Gruppe von Ärztinnen und Ärzten, die die TCM-Behandlung von SARS festlegten (Interview erschienen in der Gesundheitszeitung Jian Kang Bao 健康报). Dieser traf mit seiner ÄrztInnen-Gruppe am 21. Januar sofort im Verbreitungsgebiet ein und sammelte Informationen über die klinischen Symptome und den Krankheitsverlauf.

Liu Qing-quan erkennt äußere und/oder innere Feuchtigkeit als Ursache der epidemischen Erkrankung. Dazu sei gesagt, dass in der Chinesischen Medizin immer das äußere Klima (Hitze, Kälte, Feuchtigkeit, Wind, Trockenheit) sowie bereits vorhandene innere pathologische Faktoren diagnostisch eine maßgebliche Rolle spielen, weil sie jeglichen Krankheitsverlauf beeinflussen oder gar eine Krankheit hervorrufen können.

Typische Symptome von Feuchtigkeit, die im Anfangsstadium einer Erkrankung mit Coronavirus COVID-19 auftreten sind Schwerfälligkeit, Müdigkeit, Übelkeit, Völlegefühl in der Brust und weicher Stuhl. Diese Symptome können, müssen aber nicht, mit mildem Fieber einhergehen. Dazu klagen praktisch alle PatientInnen über einen trockenen und schmerzenden Hals und manche über trockenen Husten mit wenig Schleim.

Um also vor oder nach einer Infektion mit dem Virus den Krankheitsverlauf abzumildern, sind folgende Maßnahmen empfehlenswert:

  1. Je nach Wetterlage schwierig zu realisieren, aber dennoch wichtig und erwähnenswert: Vermeiden Sie feucht-kaltes oder feucht-warmes Klima.
  2. Meiden Sie Nahrungsmittel bzw. Essgewohnheiten, welche im Körper die Ansammlung von Feuchtigkeit begünstigen:
  • Süßes (Fabrikzucker, Süßstoff, Dicksaft, Sirup, Schokolade!, Softdrinks, Marmelade)
  • kalte Salate, Rohkost, Smoothies
  • Südfrüchte
  • große Mengen Fruchtsäfte
  • alle Milchprodukte, vor allem thermisch kalt (Joghurt, Quark, Milch, Frischkäse, Käse)
  • Kochen Sie wenig mit Sahne oder überbacken mit Käse
  • minderwertige Fette (Öl, Margarine)
  • Nüsse, besonders in Kombination mit Salz
  • rohe Getreideflocken
  • Wurstwaren, bspw. Salami
  • Pommes, Chips
  • Speisen und Getränke aus der Mikrowelle
  • Tiefkühlkost
  • qualitativ minderwertige Backwaren, besonders in Kombination mit süßem Aufstrich
  • spätes Essen abends oder nachts
  • große Mengen kaltes Wasser, Sprudelwasser
  1. Bevorzugen Sie Nahrungsmittel bzw. Essgewohnheiten, welche im Körper die Ausleitung von Feuchtigkeit unterstützen:
  • frühstücken Sie gekocht und pikant: Gemüsesuppe (Kartoffel, Karotte, Sellerie), Gemüse mit Getreide, Fleischbrühe mit Gemüse, Hirse mit gekochtem Ei; Ideal: Reiscongee
  • kochen Sie mit Buchweizen, Gerste, Hirse, allen Sorten von Reis, Amaranth, Polenta, Quinoa
  • gedünsteter Chicoree, Löwenzahn, Stangensellerie
  • Champignons
  • Hülsenfrüchte (Adukibohnen, Erbsen, Linsen), Kichererbsen
  • allgemein: einfach und klar

Zudem hat Liu Qing-quan einige chinesische Arzneimittelrezepturen zur Behandlung des Coronavirus genannt, die ebenfalls den Zweck haben, die Schlüsselfaktoren Feuchtigkeit und Trübheit aus dem Körper auszuleiten. Diese können ggf. schon präventiv eingenommen werden, natürlich nach vorheriger Diagnostik und Absprache mit einer/m erfahrenen TCM-Therapeut/in und nach Absprache mit der/dem behandelnden Ärztin/Arzt.

Bitte handeln Sie parallel unbedingt auch nach den aktuellen Empfehlungen des RKI, sollten Sie den Verdacht einer Infektion mit COVID-19 bei Ihnen oder einer anderen Person haben.

Zudem finden Sie hier weitere wichtige Informationen.

(Quelle: Lian Chinaherb https://lian.ch/de-DE/aktuelles)


FAQ: Wie steht's mit der Kostenerstattung von Heilpraktikerbehandlungen??

Eine Frage, die meine Klientinnen und Klienten umtreibt ist, wie sich naturheilkundliche Therapien bei HeilpraktikerInnen bezahlbar machen lassen.

Oder anders:

  • Übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten für HeilpraktikerInnenbehandlungen?
  • Welche Möglichkeiten der Finanzierung gibt es?

Zu diesem Zweck habe ich mich hinter mein Notebook geklemmt und die Internetseiten der zehn mitgliederstärksten Krankenkassen Deutschlands durchforstet. Inwieweit werden ihre Mitglieder darin unterstützt „alternative Heilmethoden“ in Anspruch nehmen zu können?

Es gibt eine gute und eine schlechte Nachricht.

Die schlechte zuerst:

Die Antworten von einigen Krankenkassen lauten im Hinblick auf die Kostenübernahme von Akupunkturbehandlungen reichlich westlich symptomorientiert: Es werden die Kosten übernommen für 10 Behandlungen bei chronischen Lendenwirbelsäulenschmerzen und durch Gonarthrose verursachte chronische Kniegelenksschmerzen, wenn die Beschwerden seit mindestens sechs Monaten bestehen – und zwar dann, wenn die Behandlung von einem Vertragsarzt durchgeführt wird. Die Behandlungen müssen innerhalb von sechs Wochen abgeschlossen sein. Dazu sei gesagt, dass es sich bei dieser Behandlungsdauer nur um eine reine Akutbehandlung handeln kann. Soll die Symptomatik so gut als möglich an ihrer Wurzel gepackt und ursächlich behandelt werden, ist es unrealistisch innerhalb von sechs Wochen eine grundlegende Verbesserung herbeizuführen, wenn das Problem schon Monate, oft sogar Jahre lang besteht.

Und nun kommt die gute Nachricht:

Bei einigen Krankenkassen findet man Kombitarife zur Pflichtversicherung (Zusatzversicherungen), mit diesen die Kosten für HeilpraktikerInnenbehandlungen teilweise oder sogar zu 100% übernommen werden. Und falls dies nicht der Fall sein sollte gibt es dennoch mittlerweile eine Vielzahl an HeilpraktikerInnenversicherungen, die neben der gesetzlichen Versicherung privat abgeschlossen werden können. Diese belaufen sich zwischen 8 EUR bis 25 EUR monatlich, je nach Alter und Krankheitsbild der/des Versicherten, und es werden in der Regel zwischen 80 - 100 % der Kosten für Naturheilverfahren übernommen, maximal bis zu 1500 EUR jährlich. Die Recherche nach der passenden Versicherung ist mithilfe von Vergleichsportalen im Internet einfach und schnell machbar.

Im Falle einer privaten Krankenversicherung sollte vor Beginn der Behandlungssequenz nachgefragt werden, welche Kosten genau übernommen werden. Allgemein ist die Höhe der Kostenübernahme abhängig vom gewählten Tarif. Im einfachen Fall übernimmt die Versicherung den regulären Satz der Gebührenordnung für Heilpraktiker (GebüH). Im idealen Fall hingegen können bis zum 2,5-fachen des Satzes übernommen werden. Ein einfacher Basisschutz übernimmt meist nicht die vollen Kosten, wohingegen ein Premium-Tarif teilweise für alle Kosten aufkommen kann.

Hier lohnt es sich, die Tarife genau zu vergleichen.

Letztendlich ist es eine Frage, die sich eine Jede/ ein Jeder im Leben zu beantworten hat:

„An welchen Stellen ist es mir persönlich wichtig meine Zeit und mein Geld zu investieren, und was bedeutet für mich ‚Selbstfürsorge‘?“


Erste Hilfe bei Erkältung

Es ist Herbst, und es wird kalt! Höchste Zeit, sich mit Maßnahmen gegen Erkältung auseinanderzusetzen!

Im Folgenden präsentiere ich auf dem goldenen Tablett einige „Sofortmaßnahmen“, damit der Erkältung von Anfang an der Stecker gezogen werden kann:

Möglichkeit 1:

Es liegen folgende Symptome vor:

  • Abneigung gegen Kälte/ Frösteln
  • Fieber (muss nicht messbar sein, es reicht auch ein subjektives Hitzegefühl!)
  • Husten
  • Halskratzen
  • eine verstopfte oder laufende Nase mit klarem, wässrigem Sekret
  • Niesen
  • Kopfschmerz, vor allem am Hinterkopf; Nackenschmerzen
  • Körper-, Gliederschmerzen

Und jetzt? Folgende Nahrungsmittel sind ab sofort zu vermeiden:

  • saure Nahrungsmittel: Zitronensaft, Obst, Fruchtsäfte
  • süße Nahrungsmittel: alle Süßmittel, Trockenfrüchte
  • Milchprodukte
  • kalte Nahrungsmittel
  • rohes Obst und Gemüse
  • Pfefferminze, Lindenblüte, Holunderblüte
  • schwere, unbekömmliche Speisen

Stattdessen helfen folgende Speisen, die Erkältung im Keim zu ersticken:

  1. gekochter Reisbrei mit frischem Ingwer, am Ende rohe Frühlingszwiebeln unterheben
  2. Karottensuppe mit reichlich Koriander
  3. Gemüsesuppe mit Lauch, Fenchel und Ingwer
  4. Haferflockensuppe mit rotem Pfeffer und Frühlingszwiebeln
  5. 15g Ingwer und 2 Knoblauchzehen in 500ml Wasser 30 min köcheln, und mit etwas Vollrohrzucker gesüßt genießen
  6. abendliche Schwitzkur mit heißem Ingwertee und Rum
  7. tagsüber eine Kanne heißes Zimtwasser zubereiten und schluckweise trinken, sodass ein leicht feuchter Schweißfilm auf der Stirn entsteht, danach pausieren

WICHTIG: Wenn die Speisen eine Abneigung hervorrufen, sollte sich nicht dazu gezwungen werden, sondern immer auch nach Appetit und eigenem Körpergefühl handeln! Im Zweifel gerne nachfragen!

Möglichkeit 2:

Es liegen folgende Symptome vor:

  • Abneigung gegen Kälte
  • Fieber (hier muss das Fieber ebenfalls nicht messbar sein, es reicht ein subjektives Hitzegefühl)
  • Husten
  • Halsschmerzen, ggf. geschwollene Rachenmandeln (Tonsillen)
  • verstopfte oder laufende Nase mit gelbem Sekret
  • Niesen
  • Kopfschmerzen (vor allem am Hinterkopf); Nackenschmerzen
  • leichtes Schwitzen
  • leichter Durst

ACHTUNG: Ansteigendes oder hohes Fieber gehört nicht mehr in die Symptomenkategorie einer beginnenden Erkältung/Erkrankung und sollte einer Fachfrau/ einem Fachmann vorgestellt werden.

Folgende Nahrungsmittel sollten ab sofort vermieden werden:

  • bittere Nahrungsmittel: Kaffee, Schwarztee, Kakao, Rotwein, Rucola, etc.
  • saure Nahrungsmittel und Getränke
  • heiße Nahrungsmittel und Getränke (auch Pfeffer, Zimt, Kurkuma, Ingwer, Lamm)
  • unbekömmliche und fette Speisen: Geräuchertes, Gegrilltes, Frittiertes
  • Milchprodukte
  • Zucker
  • Krustentiere
  • Huhn

Hier sind folgende Nahrungsmittel zu empfehlen:

  1. Reis, Hirse, Frischkornbrei
  2. schwarze Sojabohnen
  3. Rettich, Radieschen, Kresse, Kohlrabi, Tomate, Karotten, Sellerie, Champignons, reife Birnen
  4. Pfefferminztee, Lindenblütentee, Holunderblütentee, Grüner Tee

Auch hier gilt: Bei Abneigungen und Unverträglichkeiten bitte erst nach Rücksprache mit einer Fachfrau/einem Fachmann zur Tat schreiten.

Gegen die Halsschmerzen kann helfen:

  • 3 El Leinsamenöl/Hanföl tgl., wirkt allgemein entzündungshemmend
  • Quarkwickel
  • Salbeitee, bzw. Salbeibonbons

Und natürlich immer: Akupunktur… Ich selbst habe immer Dauernadeln zuhause (das sind kleine Pflästerchen, an deren Rückseite sich ein 0,2 mm langes Nädelchen befindet und die man auf die entsprechenden Akupunkturpunkte klebt) mit denen ich vor allem meine Kinder im Zuge der ersten Symptome behandle.

Zusätzlich können einige Chinesische Arzneimittelrezepturen sehr wirksam angewendet werden. Es empfiehlt sich, die ein oder andere Rezeptur in der Hausapotheke vorrätig zu haben. Speziell in Haushalten mit Kindern kann dies, von Anfang an eingenommen, sehr gut helfen.

Diese Rezepturen können nach vorheriger Absprache mit einer/einem geschulte/geschulten Therapeutin/Therapeuten für Chinesische Medizin besorgt und eingenommen werden.

Dies ist natürlich nur die absolute Spitze des Eisberges an Möglichkeiten.

Wer sich näher mit dem Thema beschäftigen möchte, dem sei hiermit sehr gut geholfen:

Cover – Grippe und Infekte©Oekom-Verlag

 


Stärkung der Mitte für Beschäftigte: Ein Congee-Rezept

Zugegeben: Ich koche äußerst ungerne! Aber Reis in den Topf, Wasser dazu und ewig auf dem Herd stehen lassen, das kann ich! Wunderbarerweise schmeckt es auch noch und tut gut!

Congee ergänzt die Mitte, unterstützt das Qi, stärkt die Milz und harmonisiert den Magen.

Da es als Suppe gegessen wird, ist es unmittelbar verfügbar für die Verdauung und die Absorption und unterstützt dadurch ganz besonders den Magen und den Darm. Weil es mit soviel Wasser gekocht wird hilft Congee, die Flüssigkeiten des Magens und des Darms, die im Alter und nach langer Krankheit leicht erschöpfen, zu befeuchten.

Besonders gut ist Congee für alle Personen mit schwacher Verdauung, das heißt unter anderem Babies und Kleinkinder, Kranke, nach langer Krankheit Genesene, für jeden, der konstitutionell schwach oder nach langer Krankheit geschwächt ist, und alte Menschen.

Herstellung:

1 Teil Reis auf 5-8 Teile Wasser in einem großen Topf mit Deckel geben, aufkochen und dann 3-6 Stunden köcheln lassen. Es muss ab und zu umgerührt werden, damit es nicht anbrennt. Eine Portion Congee kann dann morgens gewärmt und unter Umständen abgeschmeckt werden mit Koriander, Meersalz, Zitronensaft, Butter, Olivenöl, Obstkompott, Nüssen, etc. je nach Vorliebe.

Da Reiscongee harntreibend wirkt, sollte man es nicht essen, wenn man unter vermehrter Harnausscheidung oder nächtlichem Wasserlassen leidet.

Guten Appetit!


Das Element ERDE: Oft übersehen, vernachlässigt, aber leider zentral!

Der Sommer geht. Die Luft brennt nicht mehr. Sie ist warm, angenehm, wohlig, lau. Es entsteht ein warmer tief-gelblicher Schimmer. Er wird gefärbt von satten, vollen Getreidefeldern, die sich über den Horizont erstrecken und der warmen, energievollen Sonne des Spätsommers. Die Äste der Obstbäume hängen schwer, üppig bewachsen mit reifen Äpfeln, Birnen oder Pflaumen. Es ist Erntezeit. Es gibt genug von allem. Die nährstoffhaltige, feuchte und lockere Erde versorgt uns, umsorgt uns. Sie ist die Grundlage unseres Daseins. Mutter-Erde.

Mit den beiden Organsystemen Milz und Magen nehmen wir die Nahrung in uns auf. Nähren uns. Die Milz, sie ist unsere zentrale Instanz für die Produktion von Energie (Qi) aus der Nahrung. Körperfremdes wird zu Körpereigenem gemacht. Unter diesem Aspekt wird es wohl nicht mehr überraschen, dass unser Intellekt und unsere Auffassungsgabe der Milz zugeschrieben werden. Sie gibt uns die Gabe, aus vielen unterschiedlichen Informationen und Meinungen auszuwählen, um nur jenes uns zu eigen werden zu lassen, womit wir bei uns selbst bleiben können. Die Milz stellt den klaren Gedanken bereit. Was macht wohl ein ständiges Überangebot an Informationen, wie wir es durch unsere Smartphones gewohnt sind, mit unserer Mitte?

Der Magen ist die Quelle der Flüssigkeiten. Alle Nahrungsflüssigkeiten werden im Magen extrahiert. Um gut arbeiten zu können braucht er Regelmäßigkeit und Zeit.

Die Erde ist zentral. Sie steht in der Mitte aller Elemente. Dem Holz im Frühling, dem Feuer im Sommer, dem Metall im Herbst und dem Wasser im Winter. 18 Tage jeder Jahreszeit werden ihr anvertraut um zu regieren (vgl. Su Wen Kap. 29).

Die Erde in uns gestaltet Übergänge. Sie ist der so oft vernachlässigte Alltag. Der tägliche Übergang vom Erwachen zum Aufstehen am Morgen, die tägliche Fahrt zur Arbeit bis zum Angekommensein dort und umgekehrt. Sie ist die Zeit der Zubereitung des Frühstücks, des Mittagessens, des Abendessens. Und natürlich die Nahrungsaufnahme an sich. Sie ist aber auch die Verbindung aus einer Lebensphase in die nächste. Sie verbindet uns als Individuum mit der Gruppe. Das erdige in uns ist sozial, gemeinnützig, hilfsbereit. Unsere Lebensphase mit der stärksten Erdenergie, oder auch der am stärksten geforderten Erdenergie, ist die Phase der Einrichtung, dem „Ansässig-Werden“, dem Familie-Gründen. Wir geben, halten, nähren.

Die Erde in uns möchte Antworten finden auf Fragen wie

  • Wer gibt mir die Unterstützung, die ich brauche?
  • Wie kann ich genährt werden?
  • Wie kann ich meine Mitte finden und mich stabilisieren?
  • Wie kann ich von der Welt das bekommen, was ich brauche?
  • Wer versteht mich wirklich?
  • Wie kann ich mich zugehörig fühlen?

Ist die Erde in uns im Gleichgewicht, finden wir dieses in ruhigem, logischem Denken, das sich ungehindert in praktisches Handeln umsetzen lässt, und in einer standhaften, stabilen und freundlichen Persönlichkeit, die mitfühlt, unterstützt und sich um andere kümmert, ohne in deren Leben zu sehr einzudringen (vgl. J. Ross, Akupunkturkombinationen, S. 46). Bildlich gesprochen ist unsere Erde weder zu trocken, noch zu nass. Sie gibt uns einen stabilen und fruchtbaren Untergrund.

Ist die Erde aber zu trocken, fehlt es an Säften, oder aber sie ist zu feucht, zu sumpfig, ohne Stabilität, können sowohl körperliche als auch geistige Phänomene diese Dysbalance zeigen. Blähungen, Durchfälle, Heißhunger oder Appetitlosigkeit, Übergewicht oder Untergewicht, Ödeme (Wassereinlagerungen), Aphten im Mund, trockene Lippen und vor allem Müdigkeit sind erste Anzeichen.

Auf der emotionalen Ebene können sich beispielsweise Konzentrationsstörungen, Grübeln, Selbstzweifel, übermäßige Sorgen oder Unzufriedenheit zeigen.

Abschließend sei gesagt: Die Milz-Qi-Schwäche ist eine der häufigsten diagnostizierten Syndrome in der Chinesischen Medizin.


Was GENAU bewirkt eigentlich „geburtsvorbereitende Akupunktur“?

Von meinen schwangeren Klientinnen wird mir häufig die Frage nach der Wirkungsweise der sogenannten „geburtsvorbereitenden Akupunktur“ gestellt.

Nun ja, beginnen wir doch einfach einmal mit den harten schulmedizinischen Fakten:

Diese Art der Akupunkturtherapie wird auch „Mannheimer Schema nach Römer“ genannt. Und zwar wurde im Jahr 1996/1997 an der Universitätsfrauenklinik Mannheim eine Untersuchung an nahezu 1000 Schwangeren durchgeführt. Dabei wurde die durchschnittliche Geburtsdauer von Patientinnen mit Akupunkturtherapie einer Kontrollgruppe von Patientinnen ohne Akupunkturtherapie entgegengestellt. Diese Kontrollgruppe bestand selbstredend aus der gleichen Anzahl an Gebärenden und die Geburten fanden ebenfalls im gleichen Erhebungszeitraum in der Mannheimer Klinik statt (vgl. Römer 2008: 130f). Es zeigte sich, dass die mittlere Geburtsdauer nach Akupunkturtherapie 470 Minuten, und die ohne vorherige Akupunkturtherapie 594 Minuten betrug. Somit hatte sich die Geburtsdauer um mehr als 2 Stunden verkürzt (vgl. Römer 2008: 130). Bei näheren Untersuchungen zeigte sich eine signifikante Verkürzung des Gebärmutterhalses (Zervix) und eine Erweichung des Muttermundes (vgl. Römer 2008: 132) vor der Geburt. Somit konnte aus dem Untersuchungsumfang geschlossen werden, dass die Verkürzung der Geburtsdauer auf einer Verkürzung der Eröffnungsperiode beruht. Die Eröffnungsperiode ist die Phase der Geburt, in der der Muttermund durch Wehenkraft und den dadurch zustande kommenden Druck des kindlichen Köpfchens nach unten passiv aufgedehnt wird. Der Geburtsbeginn kann hiermit jedoch nicht beeinflusst werden!

Ok. Soweit so gut. Verkürzung der Geburt. Klingt gut!

Und wie sieht diese Akupunkturtherapie genau aus?

Zunächst einmal soll gesagt werden, dass es sich dabei um ein Schema handelt. Das heißt, jede Schwangere erhält dieselbe Akupunkturtherapie unabhängig von ihrer individuellen Disposition. Aber nur, insofern es keine Kontraindikationen gibt. Dies sind medizinische Gründe, die gegen eine solche Akupunkturtherapie sprechen können, wie beispielsweise ein geplanter Kaiserschnitt (primäre Sectio caesarea), ein tief sitzender Mutterkuchen (Placenta praevia), eine Beckenendlage mit geplantem Kaiserschnitt sowie bekannte Gerinnungsstörungen der Mutter (vgl. Römer 2008: 131).

Ab der 36. Schwangerschaftswoche wird einmal wöchentlich akupunktiert und das Schema umfasst insgesamt 4 Therapiesitzungen, die in etwa 20 Minuten dauern.

Welche Akupunkturpunkte werden denn genadelt und was bewirken sie in chinesischer Sicht?

Das Grundprinzip in der Auswahl der Punkte liegt zunächst einmal darin, ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Yin und Yang im Körper herzustellen (mehr über Yin und Yang in meinem Blog hier). In Relation zur Geburtsenergie, Yang, ist die körperliche Funktion des Haltens in der Schwangerschaft Yin. Yin zu stärken bedeutet den Aufbau von Blut, Körpersäften und Substanz zu fördern. Dieses Prinzip ist leicht verständlich, wenn man an die bevorstehende Geburt denkt, die mit einem Substanzverlust natürlicherweise einhergeht. Ein normaler Blutverlust von 200 – 300 ml und das anschließende extrahieren der Muttermilch aus dem wertvollsten des Blutes sind alles Körpersäfte, die einen Yin-Aspekt darstellen und die es anzuregen gilt, um nur wenige Aspekte dieses Prinzips zu nennen. Dies geschieht in den ersten beiden Akupunktursitzungen.

In den letzten beiden Sitzungen kommt ein weiterer ganz spezieller Punkt mit Yang-Aspekt hinzu um den Körper der Schwangeren in eine Aktivität zu führen: die Geburt. Yang steht für Qi, also Kraft, Funktion und (Wärme-)energie. Nun gibt es über Einhundert Akupunkturpunkte mit Yin-Charakter sowie Yang-Charakter. Welcher davon soll es denn sein? Nun ja, bei dem Punkt mit Yin-Aspekt wurde eine sehr elegante Lösung gefunden:

Es handelt sich um einen Punkt auf der Milz-Leitbahn. Er hat sehr viele Eigenschaften. Der 6. Punkt der Milz-Leitbahn (auch MP 6 genannt, Yin) gehört zum Element Erde. Die Erde mit den Organen Milz und Magen stellt den größten Teil unserer Energielieferung dar. Die Hauptaufgabe von Milz und Magen ist es, Nahrung in Substanz und Qi umzuwandeln. Zudem stellt die Erde unsere Körpermitte dar, und wird in der Schwangerschaft hohen Anforderungen ausgesetzt. Schwangere leiden so häufig unter einer „Schwäche der Mitte“, dass dies oft sogar als natürlich eingestuft wird. Dies ist nur ein Bruchteil aller Erd-Aspekte. Eine ausführlichere Beleuchtung des Elements Erde gibt es hier.

Das elegante an diesem Punkt ist, dass weitere zwei Yin-Leitbahnen sich an ihm kreuzen. Drei Fliegen mit einer Klappe quasi. So wird hier auch die Leber-Leitbahn angesprochen. Ihr Leitbahnverlauf verrät schon, dass sie wichtig ist für viele Vorgänge während Schwangerschaft und Geburt, denn sie verläuft um beziehungsweise zu den Genitalien. Außerdem gehört sie zum Element Holz. Wer diesen Blogbeitrag bereits gelesen hat weiß um die wichtige Holzqualität, die körpereigenen Energien geschickt zu bündeln und genau zum passenden Zeitpunkt zielgenau und willensstark zu mobilisieren. Wichtig in Sachen Geburtsbeginn, Wehenkoordination aber auch Mut und Zuversicht. Als Drittes die Nieren-Leitbahn. Die Nieren sind dem Element Wasser zugeordnet (auch hier verweise ich auf einen weiteren Blogbeitrag in der Zukunft) und speichern unsere Essenz. Damit ist in chinesischem Sinne unsere grundlegende Konstitution, Stärke und Vitalität gemeint. Nur durch diese kann Wachstum, Sexualität, Fruchtbarkeit, Geburt und Reifung stattfinden (vgl. Maciocia 2017: 154).

Um nun zum dreifach „yinnigen“ Punkt MP 6 einen Gegenpol herzustellen, kommen zwei sehr wichtige Yang-Punkte hinzu:

Ma 36: Der 36. Punkt auf der Magen-Leitbahn. Der Yang-Partner der Milz im Element Erde. Der Inbegriff von Stabilität, Zentrierung und Ernährung (vgl. Josef Viktor Müller 2004: 82). Sein erster Name lautet „Göttlicher Gleichmut“ und lässt schon die psychisch ausgleichende und harmonisierende Wirkung erahnen. Zweitens nennt man ihn auch „Dritter Weiler am Fuß“. Ein ‚Weiler‘ ist ein alter Begriff für eine kleine Siedlung, in dem sich ein Wanderer nach einer langen Reise ausruhen kann. Er spendet Kraft.

Gb 34: Der 34. Punkt der Gallenblasen-Leitbahn. Er ist der Yang-Partner der Leber und dem Element Holz zugeordnet. Als chinesischer Meisterpunkt für Koordination und Bewegung der Muskeln und Sehnen soll er die physische Muskelkraft der Gebärmutter unterstützen.

Und zum guten Schluss kommt in den letzten beiden Sitzungen noch der 67. Punkt der Blasen-Leitbahn am kleinen Zeh hinzu. In der Literatur findet man ihn teilweise unter dem Namen „Schwierige Geburt“.

„Auf der psychischen Ebene kann dieser Punkt angebracht sein wenn ein Mensch erschöpft ist vom Aufrechterhalten einer Fassade der Stärke und sie durch Blase 67 endlich gehen lassen kann, indem er eine mehr Yin geprägte Haltung des Vertrauens statt der ständigen Kontrolle einnimmt.“ (vgl. Josef Viktor Müller 2004: 173) Besser kann ich nicht zusammenfassen, was den Geburtsbeginn und den Geburtsverlauf positiv beeinflusst und leider immer weniger beobachtet werden kann. Seine sehr dynamische und akute Wirkungsweise auf die Gebärmutter unterstützt den Geburtsvorgang schlussendlich.

Neben weiteren positiven Einflüssen dieser Akupunktur auf Beschwerden wie Sodbrennen, Schlafstörungen, Wassereinlagerungen und Schmerzen kann ich aus jahrelanger eigener Erfahrung ebenfalls hinzufügen, dass es sich sehr positiv auf den Heilungsprozess nach der Geburt auswirkt. Das Energieniveau der Wöchnerin ist höher. Dies zeigt sich in erster Linie dadurch, dass die Muttermilchbildung schneller angeregt wird. Der Säugling kann schneller wieder an Gewicht zunehmen.

 

Quellennachweise:

Römer 2008; Akupunktur für Hebammen, Geburtshelfer und Gynäkologen, 4. Auflage, Hippokrates

Maciocia 2017; Grundlagen der Chinesischen Medizin, 3. Auflage, Urban & Fischer

Josef Viktor Müller 2004; Den Geist verwurzeln, Band 1, Die Namen der Akupunkturpunkte als Bindestriche der Psycho-Somatik, 2. Auflage, Verlag Müller & Steinicke München


Meine Selbsterfahrung mit Akupunktur – ODER: Schmerzbehandlung

Aus eigener Erfahrung kann ich sagen: Das Wissen und Gefühl über die verschiedenen Wirkungen der einzelnen Akupunkturpunkte und Akupunkturtechniken wird gesteigert, indem ich mich selbst akupunktiere.

Akupunktur ist nicht bloß das Einführen der Nadeln in den Körper. Es ist das „Anlocken“ und „Lenken“ in Fällen eines Qi-Mangels oder das „Zerstreuen“ des Qi’s an einer Stelle, an der es zuviel davon gibt. Ob das Qi an gewünschter Körperstelle mittels Akupunkturnadel ankommt, liegt auch an der Technik des Therapeuten. Aber maßgeblich liegt es an der Rückmeldung der Klientin oder des Klienten. Ich nenne es für gewöhnlich den „Gutschmerz“. Er hat viele Fassetten: Kribbeln, Drücken, Jucken. Manchmal lässt er der Klientin oder dem Klienten ein „Ahhh“ oder „Huuuch…“, ein schnelles Einatmen oder ein Zucken entweichen. Und manchmal ist er ganz sanft, fein, kaum spürbar, scheu. Und diese Fassetten am eigenen Körper zu spüren ist meines Erachtens Teil einer guten Entwicklung als Therapeutin.

So kam es wieder einmal dazu, nachdem ich vor einer Woche während einer Wanderung in den Bergen umknickte und mir den Knöchel verstauchte. Es war bisher das zweite Mal. Beim ersten Mal vor einigen Jahren konnte ich anschießend ohne Probleme die Wanderung beenden. Allerdings hatte ich mir danach ganze drei Tage Hängematte zu gönnen, als mein Knöchel am Abend dick anschwoll und zu schmerzen begann, sodass ich weder laufen noch schmerzfrei rumhängen konnte.

So sollte es nun auch beginnen. Erst als ich nach einer wunderbar schmerzfreien Wanderung das Auto wieder erreichte, brachen Schmerz und Schwellung sich den Weg. „Ibu oder Akupunktur?“ war die Frage, die ich mir stellte. Die Überraschung ist nicht sehr groß, dass ich mich für Akupunktur entschied. Also schnappte ich mir die Nadeln, humpelte zum Sofa und legte los. Glücklicherweise eine Stelle, an die man selbst hervorragend rankommt.

Der Ruheschmerz legte sich nach 30 Minuten. Bis zum Abend war es mir möglich ohne humpeln und schmerzverzerrtem Gesicht zu laufen. Am nächsten Morgen war der Spuk vorbei und mein Knöchel war frei beweglich, schmerzfrei und abgeschwollen. Ich gebe zu, ich war selbst überrascht über die Geschwindigkeit der Besserung.

Somit komme ich aus dem Urlaub mit einer Selbsterfahrung mehr, und dem Appell: „Verschont Euren Körper und Eure Leber vor Schmerzmitteln solange es geht, es gibt Alternativen.“


Hitzewelle oder: Die lieben Kinderlein und das Eis

38 Grad im Schatten, die Sonne brennt. Die Hitze drückt vom Himmel herab. Die Stadt ist behäbig, sie schwitzt, sie ist gereizt. Was tun? Der erste Gedanke: Abkühlung! Es gibt zwei Orte an denen die Menschen Erfrischung suchen – Schwimmbäder und Eisdielen. Und wer Kinder hat weiß: EIS ist geliebt und begehrt unter Kindern.

Nein. Dies ist kein Artikel über zunehmendes kindliches Übergewicht. Es ist die Idee von der unreifen kindlichen Energieproduktion. Ich höre nun schon innerlich den Aufruf: „Energie?! Kinder haben doch kein Problem damit genügend Energie zu haben! Im Gegenteil!“ Ja, das mag so sein. Allerdings geschieht ein Großteil der menschlichen Energieproduktion über den Verdauungstrakt. Chinesisch betrachtet über die Mitte. Die Körpermitte. In der Chinesischen Medizin repräsentieren zwei Organsysteme diese Mitte: das ist die Milz mit dem Pankreas (der Bauchspeicheldrüse) und der Magen. Diese beiden Organsysteme haben die ganz große Funktion aus unserer Nahrung die nötige (Lebens-)energie zu extrahieren. Die Milz kann ihre Arbeit am besten unter Wärme und Trockenheit ausüben. Der Magen hingegen bevorzugt es feucht und kühl. Nun sei gesagt, dass die Milz unter einigen weiteren Aufgaben auch für die Umwandlung von (pathologischen) Flüssigkeiten zuständig ist.

Tadaaaaaa: Jetzt kommt unser Eis ins Spiel. Kalt, süß, milchig. Wer den Effekt einer süßen und milchigen Speise einmal austesten möchte, nehme sich ein Stück Vollmilchschokolade und lasse es langsam im Mund „zerschmelzen“. Ich behaupte, die Zunge fühlt sich danach klebrig und schleimig belegt an. Diese entstehende Feuchtigkeit muss anschließend die (unreife) kindliche Milz unter für die Milz widrigen kühlen Arbeitsbedingungen wieder neutralisieren. Das schafft sie auch. In der Regel. Das schafft sie aber nicht mehr, wenn der Konsum an milchigen und zu süßen Nahrungsmitteln bei Kindern (übrigens auch bei Erwachsenen) überhand nimmt. Die Folge ist eine Schwäche der Milz durch chronische Überforderung und eine Ansammlung von Feuchtigkeit im Körper.

Antriebslosigkeit, Müdigkeit, Schwäche in den Extremitäten, Appetitmangel, Konzentrationsschwierigkeiten, Infektanfälligkeit, Blässe, gehäufte Mittelohrentzündungen, Bauchschmerzen, Blähbauch oder Durchfälle können Anzeichen für einen sogenannten Milz-Qi-Mangel bzw. eine Milz-Schwäche sein.

Hm. Hört sich erstmal wenig erfrischend an. ABER: Milch ist nicht gleich Milch und Süß ist nicht gleich Süß. Es gibt viele Alternativen und vor allem sei gesagt: Es ist immer eine Frage der Menge und des Ausmaßes. Vielleicht beginne man damit beim nächsten Besuch in der Eisdiele einmal das Fruchteis zu testen…


6 Dinge, die man über die Berufsbezeichnung „HeilpraktikerIn“ wissen sollte

In meiner Arbeit als Hebamme UND Heilpraktikerin werde ich oft von den Schwangeren und Wöchnerinnen gefragt, ob sie auch zu mir in die Behandlung kommen dürfen, wenn sie nicht gerade ein Kind erwarten oder meine Leistungen als Hebamme nach der Geburt und im ersten Lebensjahr ihres Kindes in Anspruch nehmen. Die Antwort lautet „JA!“. Der Grund: Ich bin nicht nur Hebamme, sondern auch Heilpraktikerin und darf Frauen, Männer und Kinder jeglichen Alters behandeln. Und zwar tue ich das als Heilpraktikerin ausschließlich nach den Künsten der Chinesischen Medizin, meinem Diagnose- und Therapiebereich, in dem ich mich aus- und fortbilde, bzw. ausgebildet habe.

Meiner Erfahrung nach besteht hin und wieder eine Wissenslücke darüber, was der Beruf bzw. die Berufsbezeichnung ‚HeilpraktikerIn‘ eigentlich bedeutet. Daher hier nun einige allgemeine Informationen dazu, die etwas Licht ins Dunkel bringen können:

 

  1. Um sich HeilpraktikerIn nennen zu dürfen, bedarf es einer amtsärztlichen Überprüfung, welche in einem zuständigen Gesundheitsamt stattfindet. Die Prüfung umfasst einen schriftlichen und einen mündlichen Teil
  2. Der Inhalt der Prüfung umfasst ausschließlich die westliche Medizin bzw. Schulmedizin.
  3. Das Bestehen der Prüfung setzt fundiertes Fachwissen und eine persönliche Eignung voraus.
    • Berufs- und Gesetzeskunde,
    • Grenzen und Gefahren diagnostischer und therapeutischer Methoden,
    • Grundkenntnisse in Anatomie, Physiologie und Pathophysiologie,
    • Kenntnisse der allgemeinen Krankheitslehre,
    • Erkennung und Erstversorgung akuter Notfälle und lebensbedrohlicher Zustände,
    • Methoden der körperlichen Untersuchung,
    • Hygiene,
    • Injektions- und Punktionstechniken,
    • Blutabnahme,
    • Bedeutung der Laborwerte        sind Hauptbestandteil der Prüfung.
  1. Allgemein wird berichtet, dass die Durchfallquoten bei mindestens 50 Prozent und weit höher liegen. Einige Fachverbände berichten sogar, dass sogar nur 20 bis 30 Prozent aller Prüflinge bestehen.
  2. Um die Berufsbezeichnung „HeilpraktikerIn“ tragen zu dürfen, bedarf es demnach keinerlei Wissen und Erfahrung bezüglich alternativer Heilverfahren jeglicher Art. Dieses Wissen wird vor, während oder auch erst nach der bestandenen Prüfung erlangt.
  3. Die Begriffe ‚Osteopathie‘, ‚Homöopathie‘, ‚Akupunktur‘ etc. sind momentan noch keine geschützten Begriffe und setzen keine genau beschriebene Kenntnislage voraus um solche Qualifikationen angeben zu dürfen. In welchem Umfang eine Fort- oder Ausbildung im angegebenen Bereich stattgefunden hat, muss die Klientin/der Klient im Zweifel selbst in Erfahrung bringen.

Endlich Frühling!! Oder: Doch lieber auf der Couch liegen bleiben…

Der Winter war lange und kalt. Tief unter der Erdoberfläche liegt der Samen eines Löwenzahns. Er liegt und liegt und wartet und friert. Hält ganz still. Konserviert all seine Energie. Dann wird es März, April, die Temperaturen steigen. Der Boden wird warm und feucht. Doch der Samen des Löwenzahns bleibt reglos. Er nimmt Wärme und Feuchtigkeit wahr und übt sich in Geduld. Weise, denn in der nächsten Nacht hat es Frost gegeben.

Doch dann, der Mai. Ein, zwei, drei, vier Tage lang scheint die Sonne, bis der Löwenzahn weiß: „JETZT!“ Explosionsartig entströmt dem Samen seine ganze Energie in alle Richtungen. Er treibt Wurzeln, drückt und zwängt sich mit einzigartiger Willenskraft und Entschlossenheit Richtung lebensspendendes Sonnenlicht bis … er von unten an einen riesigen Stein stößt. Doch, der Löwenzahn hat nicht nur unbändige Willensstärke, er ist auch flexibel, biegsam, kann Hürden und Herausforderungen bewältigen. Er weicht aus. Macht einen Umweg. Bohrt und quetscht sich an dem riesigen Stein vorbei, durchbricht die Erdoberfläche mit unbändiger Wucht und – erreicht sein Ziel.

 

Das ist die Energie des Frühlings. Und die Energie, die wir alle in uns tragen. Am eindrücklichsten können wir diese lebenswichtige geballte Kraft an Kindern beobachten. Doch auch für uns Erwachsene ist sie hin und wieder enorm wichtig. Emotional fühlt sich diese Kraft an wie das gesunde Maß an Ärger. Richtig! Ärger. Denn Ärger zu haben und zu leben ist die Voraussetzung dafür, eigene Grenzen zu setzen und eigene Ziele zu erreichen.

 

„Warum kriege ich nicht, was ich will?“

„Warum fehlt mir die Kraft?“

„Warum wurde/werde ich dermaßen behindert oder aufgehalten?“

„Was will ich eigentlich?“

 

Frustration, Depression, Passivität, Apathie versus Macht, Forderung, Kampf, Rigidität.

Zustände, welche in unterschiedlich ausgeprägter Form Anzeichen für ein Ungleichgewicht im Element Holz sein können. Eins von fünf Elementen in der Chinesischen Medizin, welches im Frühling am stärksten hervortritt (mehr dazu ein andermal).

 

Die gute Nachricht: Glücklicherweise handelt es ich in der Chinesischen Medizin immer um dasselbe „Qi“ (oder auch Lebensenergie), das wir durch Akupunktur bewegen und wodurch wir Blockaden lösen oder neue Kräfte mobilisieren können. Egal, ob eine emotionale, geistige, seelische oder körperliche Dysbalance vorliegt.