Meine Selbsterfahrung mit Akupunktur – ODER: Schmerzbehandlung

Aus eigener Erfahrung kann ich sagen: Das Wissen und Gefühl über die verschiedenen Wirkungen der einzelnen Akupunkturpunkte und Akupunkturtechniken wird gesteigert, indem ich mich selbst akupunktiere.

Akupunktur ist nicht bloß das Einführen der Nadeln in den Körper. Es ist das „Anlocken“ und „Lenken“ in Fällen eines Qi-Mangels oder das „Zerstreuen“ des Qi’s an einer Stelle, an der es zuviel davon gibt. Ob das Qi an gewünschter Körperstelle mittels Akupunkturnadel ankommt, liegt auch an der Technik des Therapeuten. Aber maßgeblich liegt es an der Rückmeldung der Klientin oder des Klienten. Ich nenne es für gewöhnlich den „Gutschmerz“. Er hat viele Fassetten: Kribbeln, Drücken, Jucken. Manchmal lässt er der Klientin oder dem Klienten ein „Ahhh“ oder „Huuuch…“, ein schnelles Einatmen oder ein Zucken entweichen. Und manchmal ist er ganz sanft, fein, kaum spürbar, scheu. Und diese Fassetten am eigenen Körper zu spüren ist meines Erachtens Teil einer guten Entwicklung als Therapeutin.

So kam es wieder einmal dazu, nachdem ich vor einer Woche während einer Wanderung in den Bergen umknickte und mir den Knöchel verstauchte. Es war bisher das zweite Mal. Beim ersten Mal vor einigen Jahren konnte ich anschießend ohne Probleme die Wanderung beenden. Allerdings hatte ich mir danach ganze drei Tage Hängematte zu gönnen, als mein Knöchel am Abend dick anschwoll und zu schmerzen begann, sodass ich weder laufen noch schmerzfrei rumhängen konnte.

So sollte es nun auch beginnen. Erst als ich nach einer wunderbar schmerzfreien Wanderung das Auto wieder erreichte, brachen Schmerz und Schwellung sich den Weg. „Ibu oder Akupunktur?“ war die Frage, die ich mir stellte. Die Überraschung ist nicht sehr groß, dass ich mich für Akupunktur entschied. Also schnappte ich mir die Nadeln, humpelte zum Sofa und legte los. Glücklicherweise eine Stelle, an die man selbst hervorragend rankommt.

Der Ruheschmerz legte sich nach 30 Minuten. Bis zum Abend war es mir möglich ohne humpeln und schmerzverzerrtem Gesicht zu laufen. Am nächsten Morgen war der Spuk vorbei und mein Knöchel war frei beweglich, schmerzfrei und abgeschwollen. Ich gebe zu, ich war selbst überrascht über die Geschwindigkeit der Besserung.

Somit komme ich aus dem Urlaub mit einer Selbsterfahrung mehr, und dem Appell: „Verschont Euren Körper und Eure Leber vor Schmerzmitteln solange es geht, es gibt Alternativen.“