Akupunktur – Wirkung und Anwendungsgebiete (Indikationen)

Wie wirkt Akupunktur?

Bei der Akupunktur und deren Wirkung spielt das „Qi“ eine wichtige Rolle.

Die Lebensenergie „Qi“ zirkuliert in unserem Körper immer und überall und umfasst alle unsere körperlichen und geistigen Funktionen.

Wurde ein Ungleichgewicht im „Qi-Fluss“ festgestellt, kann dieses mittels Akupunktur ausgewählter Punkte korrigiert werden. Dazu werden sehr dünne Nadeln schmerzarm oder sogar schmerzfrei bis zum Akupunkturpunkt eingeführt, der in der Regel wenige Millimeter unter der Hautoberfläche liegt.

In Abhängigkeit von dem zu behandelnden Ungleichgewicht verbleiben diese Nadeln zwischen 15 – 30 min, währenddessen Sie Zeit haben zur Ruhe zu kommen und sich zu entspannen. Bei Kindern genügen wenige Minuten oder sogar Sekunden.

Akupunktur wirkt ganzheitlich

Wichtig ist ebenfalls zu betonen, dass Akupunktur den ganzen Menschen behandelt und nicht eine lokale Störung, deren Ursache möglicherweise ganz woanders als am Ort des Erscheinens zu behandeln ist. Auch wenn sich wichtige Symptome wie z.B. Migräne ähneln, so sind die Ursachen doch meist vielfältig und unterschiedlich. Deshalb muss auch die Therapie unterschiedlich sein.

Aus diesem Grunde ist die ausführliche Erstbefragung maßgeblich und von großer Bedeutung.

Anwendungsgebiete (Indikationen) der Akupunktur

Liste der Erkrankungen, die laut WHO (Weltgesundheitsorganisation) mit Akupunktur behandelt werden können:

Bronchopulmonale Erkrankungen

  • Bronchitis
  • Pseudokrupp
  • Hyperreagibles Bronchialsystem
  • Asthma bronchiale

Herz-Kreislauf-Erkrankungen

  • Funktionelle Herzerkrankungen
  • Herzrhythmusstörungen
  • Angina pectoris
  • Koronare Herzerkrankung
  • Hypertonie und Hypotonie
  • Durchblutungsstörungen

Gynäkologische Krankheitsbilder

  • Zyklusstörungen, Dysmenorrhoe
  • Prämenstruelles Syndrom
  • Klimakterisches Syndrom
  • Mastopathie
  • Fertilitätsstörungen, Frigidität
  • Geburtsvorbereitung
  • Geburtseinleitung
  • Geburtserleichterung
  • Laktationsstörungen

Neurologische Erkrankungen

  • Migräne, Spannungskopfschmerz
  • Trigeminusneuralgie
  • Atypischer Gesichtsschmerz
  • Interkostalneuralgie, Zosterneuralgie
  • Phantomschmerz
  • Polyneuropathie, Parästhesien
  • Lähmungen, Fazialisparese
  • Vegetative Dysfunktion

Hauterkrankungen

  • Urtikaria (Nesselsucht)
  • Neurodermitis

 

 

Gastrointestinale Erkrankungen

  • Funktionelle Magen-Darm-Störungen
  • Hyperemesis
  • Ösophagitis, Gastritis, Gastroenteritis
  • Obstipation, Diarrhoe
  • Colon irritabile (Reizdarm)
  • Colitis ulcerosa und Morbus Crohn

Urologische Erkrankungen

  • Cystitis, Prostatitis
  • Reizblase
  • Harninkontinenz
  • Impotenz
  • nächtliches Bettnässen

Erkrankungen des Stütz- und Bewegungssystems

  • Arthralgien, Arthrosen, Arthritis,
    rheumatoide Arthritis
  • LWS-Syndrom, Lumbago, Ischialgie
  • HWS/BWS-Syndrom
  • Schulter-Arm-Syndrom
  • Karpaltunnelsyndrom
  • Knie-, Hüftarthrose
  • Tendinopathien (Erkrankungen der Sehnen, z. B. Tennis-Ellenbogen, Achillessehnenentzündung

Psychische und psychosomatische Störungen und Suchterkrankungen

  • Depressive Verstimmungen, Depression
  • Schlafstörungen
  • Erschöpfungszustände
  • Psychovegetatives Syndrom
  • Unruhezustände
  • Entgiftungsbehandlung und Therapiebegleitung bei Suchterkrankungen wie:
    Alkoholabusus
    Nikotinabusus
    Bulimie
    Adipositas

Moxibustion

Bei der Moxibustion wird der Akupunkturpunkt mit Beifußkraut mittels verschiedener Techniken erwärmt. Beifuß (Artemisia vulgaris) ist eine Heil- und Gewürzpflanze, die eine besonders milde und tiefenwirksame Wärme erzeugt. Durch diese Wärme können energetische Leere- oder Kältezustände des Körpers behandeln werden.