Hitzewelle oder: Die lieben Kinderlein und das Eis

38 Grad im Schatten, die Sonne brennt. Die Hitze drückt vom Himmel herab. Die Stadt ist behäbig, sie schwitzt, sie ist gereizt. Was tun? Der erste Gedanke: Abkühlung! Es gibt zwei Orte an denen die Menschen Erfrischung suchen – Schwimmbäder und Eisdielen. Und wer Kinder hat weiß: EIS ist geliebt und begehrt unter Kindern.

Nein. Dies ist kein Artikel über zunehmendes kindliches Übergewicht. Es ist die Idee von der unreifen kindlichen Energieproduktion. Ich höre nun schon innerlich den Aufruf: „Energie?! Kinder haben doch kein Problem damit genügend Energie zu haben! Im Gegenteil!“ Ja, das mag so sein. Allerdings geschieht ein Großteil der menschlichen Energieproduktion über den Verdauungstrakt. Chinesisch betrachtet über die Mitte. Die Körpermitte. In der Chinesischen Medizin repräsentieren zwei Organsysteme diese Mitte: das ist die Milz mit dem Pankreas (der Bauchspeicheldrüse) und der Magen. Diese beiden Organsysteme haben die ganz große Funktion aus unserer Nahrung die nötige (Lebens-)energie zu extrahieren. Die Milz kann ihre Arbeit am besten unter Wärme und Trockenheit ausüben. Der Magen hingegen bevorzugt es feucht und kühl. Nun sei gesagt, dass die Milz unter einigen weiteren Aufgaben auch für die Umwandlung von (pathologischen) Flüssigkeiten zuständig ist.

Tadaaaaaa: Jetzt kommt unser Eis ins Spiel. Kalt, süß, milchig. Wer den Effekt einer süßen und milchigen Speise einmal austesten möchte, nehme sich ein Stück Vollmilchschokolade und lasse es langsam im Mund „zerschmelzen“. Ich behaupte, die Zunge fühlt sich danach klebrig und schleimig belegt an. Diese entstehende Feuchtigkeit muss anschließend die (unreife) kindliche Milz unter für die Milz widrigen kühlen Arbeitsbedingungen wieder neutralisieren. Das schafft sie auch. In der Regel. Das schafft sie aber nicht mehr, wenn der Konsum an milchigen und zu süßen Nahrungsmitteln bei Kindern (übrigens auch bei Erwachsenen) überhand nimmt. Die Folge ist eine Schwäche der Milz durch chronische Überforderung und eine Ansammlung von Feuchtigkeit im Körper.

Antriebslosigkeit, Müdigkeit, Schwäche in den Extremitäten, Appetitmangel, Konzentrationsschwierigkeiten, Infektanfälligkeit, Blässe, gehäufte Mittelohrentzündungen, Bauchschmerzen, Blähbauch oder Durchfälle können Anzeichen für einen sogenannten Milz-Qi-Mangel bzw. eine Milz-Schwäche sein.

Hm. Hört sich erstmal wenig erfrischend an. ABER: Milch ist nicht gleich Milch und Süß ist nicht gleich Süß. Es gibt viele Alternativen und vor allem sei gesagt: Es ist immer eine Frage der Menge und des Ausmaßes. Vielleicht beginne man damit beim nächsten Besuch in der Eisdiele einmal das Fruchteis zu testen…